Die Brücke über den Schächten
Die stark gebogene hölzerne Brücke bot für viele Gelegenheiten eine willkommene Kulisse und das auch zu Hochwasserzeiten.

Sie war jedoch primär der kürzeste Zuweg für die Fabrikarbeiter zu ihrer Arbeitsstelle am Lietwerk.
Unmittelbar neben dieser Brücke, befand sich flussabwärts eine normalerweise flache Durchfahrt für Pferdefuhrwerke zu den unteren Möhnewiesen.
Dieser flache und gut zugängliche Stelle war für die Dorfjugend aber auch eine beliebte Badestelle.

Da die Brücke schließlich marode war und erneuert werden musste, entstand die heutige Möhnequerung in Betonbauweise.
Noch während des Baus wurde nun festgestellt, dass die zukünftig befahrbare Fahrspur doch etwas zu schmal geplant war. Kurzerhand wurden die Pfeiler etwas versetzt und der entstandene Spalt geeignet ausgefüllt. Somit war auch Jupp F. zufrieden und konnte mit seinem Benz seine Arbeitsstätte auf bequeme und kürzeste Weise erreichen.

Das waren noch goldene Zeiten im Brückenbau.
Hochwasser um 1950
Um das Jahr 1950 führte die Möhne wie so oft mal wieder Hochwasser.

Der Landwirt Josef Müller gen. Neuhäuser befuhr nach alter Gewohnheit trotz offensichtlichem Hochwasser mit seinem Pferdefuhrwerk die oben genannte Furt.
Vor der Durchfahrt befestigte er die Leine vorne an der Flechte, dort wo sich das Schütt befindet.
Die Pferde waren schon fast am gegenüberliegenden Ufer, als das Fuhrwerk von der starken Strömung erfasst wurde, sich hochhob und schließlich auseinanderbrach.
Da die Leine noch an der Flechte befestigt war, wurden die Pferde zurück in die Fluten gezogen. Sie sind elendig ertrunken.
Dem Josef war nichts passiert, da er neben dem Wagen über die Brücke spaziert war.(1)

Quelle:
(1) Heinz Kutscher; Theo Pankoke, persönliche Mitteilung
