Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu Berlin
Ein Stück Allagener Steinbaugeschichte in der Reichshauptstadt
Als ehrendes Denkmal für Kaiser Wilhelm I. wurde die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin am 1. September 1895 feierlich eingeweiht.

Das monumentale Gotteshaus entstand nach den Plänen des Berliner Baurates Franz Schwechten, der im kaiserlichen Berlin auch den Anhalter Bahnhof entwarf.
Schwechten schuf einen eindrucksvollen neoromanischen Kirchenbau, der zugleich gotische Elemente aufnahm. Die Kirche war reich ausgestattet: Namhafte Künstler schufen Mosaiken, Reliefs und Skulpturen und machten den Bau zu einem bedeutenden Zeugnis der wilhelminischen Epoche.
An diesem weithin beachteten Bauwerk hatten auch die Westfälischen Marmor- und Granitwerke zu Allagen ihren Anteil.

Das Unternehmen lieferte eine größere Menge kostbarer Säulen für die Ausstattung der Kirche. Das dafür benötigte Gestein stammte aus Steinbrüchen in der Nähe des Genfer Sees, wo der wertvolle Marmor und Granit gewonnen wurde.
Damit führt eine bemerkenswerte Verbindung von den Steinbrüchen des Alpenraumes über die Allagener Steinindustrie bis in die damalige Reichshauptstadt Berlin. Die Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche erinnert somit nicht nur an Kaiser Wilhelm I. und die Architektur des Kaiserreiches, sondern zugleich an die Leistungsfähigkeit der heimischen Steinindustrie.

Für Allagen ist diese Verbindung von besonderer Bedeutung: Stein aus europäischen Brüchen, verarbeitet und geliefert durch ein Unternehmen aus dem kleinen westfälischen Ort, fand seinen Platz an einem der repräsentativsten Bauwerke des kaiserzeitlichen Berlin.
So wird an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein Stück Allagener Wirtschafts- und Industriegeschichte sichtbar – eine Geschichte, die zeigt, wie eng der heimische Steinbau einst mit bedeutenden Bauprojekten weit über Westfalen hinaus verbunden war.
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