Wegkreuz an der Gabelung Dorfstraße-Stukenweg in Allagen
Ein altes Wegkreuz steht seit Urzeiten an der Gabelung der Dorfstraße in den Stukenweg auf dem ehemaligen Grundstück der Familie Rusche gen. Schrewe im Dorfzentrum Allagens.
Einen exponierteren Standort für ein historisches Wegkreuz kann man sich kaum wünschen.

An viele solcher Wegkreuze knüpfen sich in der Regel Sagen um Ereignisse und Begebenheiten, die eine besondere Geschichte zu dem jeweiligen Exemplar erzählen. Ihr genaues Alter und der Wahrheitsgehalt sind jedoch oft nicht nachweisbar.
Ebenso ist es im vorliegen Fall. Ursprung, Errichter und Hintergrund sind nicht, bzw. noch nicht, bekannt.
Restaurierung ist das Gebot der Stunde
Der durchaus desolate Zustand des Wegkreuze hat aktuell Wolfgang Rusche gen. Schrewe bewogen, die Konservierung und Restaurierung des Kreuzes in Angriff zu nehmen.

Im September 2026 wird das hergestellte Wegkreuz neu errichtet.
Winold Cruse
Die Hausgeschichte kann evtl. Aufschluss geben. Die besagte Hausstätte Rusche gen. Schrewe wurde von einem gewissen Winold Cruse (*1779 Warstein – +1831 Allagen) errichtet. Er verheiratete sich mit M.-Margarethe Asshof gen. Wilms auch alte Wilhelms (*1782 Allagen – +1835 Allagen) und hatte sechs Kinder, die die diversen Cruse-Linien im Kirchspiel Allagen begründeten.
Die einzige Tochter der Eheleute Anna Maria Franziska Cruse (*1815 Allagen – +1849 Allagen) heiratete im Jahre 1835 in Allagen den Fabrikarbeiter Wilhelm Anton Rusche (*1811 – +1858 Allagen). Dieser Ehe erbrachte sechs Kinder, von den vier Kinder im Kindesalter verstarben.
Rusche gen. Treusen
Der zweiten Ehe des Wilhelm Anton Rusche im Jahre 1850 mit Maria Christina Cordes (*1818 Waldhausen – +1894 Allagen) entstammte der Sohn Joseph Theodor Rusche (*1851 Allagen – 1893 Allagen), der als späterer Fabrikarbeiter und Kettenschmied die Linie Rusche gen. Treusen begründet hat.
Rusche gen. Schrewe
Der einzige Sohn aus der ersten Ehe, der Wilhelm Eberhard Rusche (*1844 Allagen – +1908 Allagen), ebenfalls späterer Kettenschmied, heiratete schließlich im Jahre 1874 die Maria Francisca Josephine Henriette Schrewe (*1855 Allagen +1917 Allagen), und begründete somit die Familie Rusche gen. Schrewe.
Der Ehe entstammten drei Töchter und drei Söhne. Lediglich Sohn Franz-Wilhelm (*1882 Allagen – +1958 Allagen) ging eine Ehe ein, nämlich mit Anna ger. Änne Kirsch (*1892 Altengeseke – +1969 Allagen). Deren neun Kinder bilden in Allagen bis heute die Linien der Familie Rusche gen. Schrewe.
Der älteste Sohn Wilhelm ger. Willi Rusche gen. Schrewe (*1916 Allagen – +1994 Allagen) blieb ledig und hat die Hausstätte bis zu seinem Tod gepflegt und den Ursprung des zugehörigen Wegkreuzes nicht gekannt oder nur nicht preisgegeben.
Anmerkung:
Ein Flurkreuz, auch Weg(e)kreuz oder Feldkreuz, ist ein Kreuz an einer Wegkreuzung, einem Weg oder einer Straße, am Feldrand oder im Wald. Es kann aus Holz, Stein oder Metall bestehen. Häufig sind Flurkreuze als Kruzifixe, das heißt mit Darstellung des gekreuzigten Christus, gestaltet. Sie sind Zeichen christlichen Glaubens, die Anlässe für ihre Errichtung sind vielfältig.
