Syenitwerk in Schönberg

Syenitwerk in Schönberg bei Bensheim

Der Erwerb des Syenitwerkes in Schönberg bei Bensheim an der Bergstrasse im Jahre 1904 durch Georg Anton Dassel bezweckte eine engere Verbindung mit der süddeutschen Kundschaft. Eigene Syenitbrüche wurden im Odenwald angelegt und ihre Erzeugnisse im eigenen Betriebe an Ort und Stelle verarbeitet.

Firmengelände des Syenitwerkes in Schönberg bei Bensheim an der Bergstrasse

Das später als Wohnhaus genutzten Kontorgebäude wurde wahrscheinlich 1890 von dem Frankfurter Unternehmer Karl Friedrich Hartmann errichtet, der die seit 1858 hier an der Gemarkungsgrenze zu Schönberg bestehende Marmor- bzw. Kalkmühle des Ludwig Linck aufgekauft und in ein Syenitwerk umgewandelt hatte. Die Wasserkraft der Lauter diente jetzt der Steinschleiferei. Im Jahre 1904 übernahmen die Westfälischen Marmor- und Granitwerke Georg Dassel das Unternehmen, das sich vor allem in den dreißiger Jahren zu einem der bedeutendsten der Odenwälder Steinindustrie entwickelte. Am Ende der fünfziger Jahre wurde der Betrieb, der vor allem Grabmäler herstellte, aufgegeben. Heute nutzt ein Handelsunternehmen das Gelände. (1)

Dieser Standort im Odenwald hatte nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Familie Dassel eine große Bedeutung.

Wohnhaus des Betriebsleiters des Marmor- und Granitwerkes von Georg, errichtet im Jahre 1920

Im Jahre 1920 wurde für den damaligen Betriebsleiter des Marmor- und Granitwerkes von Georg Dassel ein repräsentatives Wohnhaus errichtet, welches aus geschichtlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen zum Kulturdenkmal erhoben wurde .

Planender Architekt war Heinrich Metzendorf, der hier einen für ihn typischen Bau, jedoch in ungewohntem Material konzipierte. Eingeschossig mit steilem Satteldach, das von einer breit gelagerten Schleppgaupe beherrscht wird, fast quadratische Lochfenster mit Klappläden, giebelseitig zwei kleine Rundbogenfenster. Der Eingang zentral an der Traufseite angeordnet, mit vorgezogenem, kleinem Satteldach auf vierkantigen Stützen. Treppenanlage mit Seitenwangen, hier Kugelaufsätze. Die Eingangstür rundbogig schließend. Die Einfriedung teilweise mit schmalen, halbhohen Granitsteinen. Das von dem renommierten Bensheimer Architekten entworfene Haus diente der Fa. Dassel als Demonstrationsobjekt für das Bauen in Odenwälder Granit. (1) 

Die Geschicke im Odenwald leitete Hans Walter Dassel, geboren am 05.07.1887 in Allagen und gestorben am 20.03.1929 in Bensheim, der Sohn des Georg Anton Dassel.

Er studierte nach dem Besuch verschiedener Gymnasien, wie Soest, Gütersloh und Arnsberg, nach Ablegung des Abiturientenexamens die Rechtswissenschaften in Marburg. Nach mehrjährigem Studium trat er in den sauerländischen Bankverein Meschede ein, um sich mit dem Bankwesen vertraut zu machen. Nach dem Weltkrieg war er vorübergehend im väterlichen Betrieb in Allagen tätig und übernahm dann das Zweigwerk, die Granit- und Syenitwerke Georg Dassel in Bensheim-Schönberg.

Sein besonderer Verdienst ist es hier gewesen, dass er den Erwerb eines großen Aktienpaketes der Deutschen Steinindustrie AG in Reichenbach durch die Firma Dassel durchgesetzt hat, wodurch diese die Aktienmehrheit erlangte. Er verstarb sehr plötzlich in Bensheim.

Im Jahre 1925 errichtet der Unternehmer Georg Dassel -Marmor und Granitwerk Schönberg/Wilmshausen- ein repräsentatives Haus an der Einmündung in die Arnauer Straße zu Bensheim, nach Plänen von Josef Winter, einem Mitarbeiter Georg Metzendorfs, dem jüngeren Bruder des Heinrich Metzendorf. (1)

Villa Georg Dassel in Bensheim. In Naturstein errichtetes Wohnhaus für den Betriebsleiter des Marmor- und Granitwerkes von Georg Dassel.

Die unternehmerischen Aktivitäten im Odenwald gingen in den Folgejahren an seinen Neffen Eckart Fromme über, ein Enkel von Georg Anton Dassel.

Ebenfalls im Jahre 1925 wurden von Josef Winter die Pläne für das neuerrichtete Werkmeisterhaus in Allagen erstellt. Dieses Haus bwohnte die Familie Meuth. Das Haus war zuvor einem Brand zum Opfer gefallen. (2)

Quelle:

Nachlass der Familie Dassel, Allagen
(1) vgl. Denkmalverzeichniss des Hessischen Denkmalschutzes.
(2) Bauunterlagen, Archiv der Stadt Warstein, 1925.