Möhnschulte

Schulte in der Möhne

Ferdinand Ferber

Das Gehöft Schulte in der Möhne lag, wie die Bezeichnung schon sagt, ursprünglich in unmittelbarer Nähe zum Möhnefluß. In den alten Schriften finden sich Schreibweisen, wie Schulte in der Möhne, Schulte aus der Möhne und Schulte an der Möhne.

Alle Zeiten überstanden hat der Beiname Möhnschulte.

Luig gen. Möhnschulte

Im Jahre 1755 wurde die Hausstätte Möhnschulte errichtet bzw. durch einen Neubau ersetzt, nachdem zuvor ein Joannes Wilhelmus Luig die Erbtochter Anna Elisabeth Schulte aus der Möhne geheiratet hat.

Letztes Zeugnis der Existenz der Stätte Schulte in der Möhne, Hausbalken aus dem Jahre 1755, der inzwischen verrottet ist

Eine Inschrift am Wohnhaus lautetet ursprünglich:

ANNO 1755 DEN 17. jVNIVS JOHANNES WILHELMVS
LVIG VND ELISABET SCHVLTE ELEVTE HABEN D ..
BAV AVS IHREN EIGEN MITTEL AVFERBAVEN LASSEN
DVRG GOTTES HVLFE VND DVRG
I. A. D.

Livermann gen. Möhnschulte

Deren Tochter Anna Catharina Luig gen. Möhnschulte nimmt sich im Jahre 1775 den Johann Theodor Livermann aus Albringen im Kirchspiel Enkhausen zum Ehemann. Er nennt sich nun Livermann gen. Möhnschulte, gründet eine große Familie und errichtet im Jahre 1789 ein neues Haus, welches noch heute an der Kreuzung Möhnestraße Streitstraße steht, bekannt als Hof Budde bzw. Brinkhof, lange Zeit Andreas BergerAntiquitäten sowie Hofcafé .

Hausbalken

Artmann gen. Möhnschulte

Beide Hausstätten werden in den Folgejahren offensichtlich bewohnt und bewirtschaftet.

Die Enkeltochter Christine Livermann gen. Möhnschulte heiratet im Jahre 1842 den Schäfer Joannes Artmann, der sich nun Möhnschulte nennt.

Die Stätte Artmann im Jahre 1845

Die Hausstätte wurde vermutlich im Zuge des Baus der Provinzialstraße abgetragen.

Schulte in der sogenannten alten Möhne

Wie kommt es nun zu der uralten Kennzeichnung eines Schulte in der Möhne?

Bei der Betrachtung einer Liegenschaftskarte aus dem Jahre 1846 ist augenfällig, dass der Lauf der Möhne im Bereich der heutigen Brücke am Haus Dassel einen extrem schaffen Knick aufweist. Der weitere Weg führt dann am sog. Krebsufer entlang. Im Berich der Brücke an der Dorfstraße kehrt der Fluss in  das vermutlich alte Bett zurück.

Die Karte enthält außerdem die Flurbezeichnung „Die sog. alte Möhne“, Dieser Bereich liegt exakt in der Verlängerungslinie des Möhneflusses. Der spätere Obergraben der Wehranlage des Franz Ernst Linnhoff führt vermutlich entlang des uralten Flussbettes der Möhne.

Das Anlegen der Gräben des Linnhoff hat die Stätte Artmann nach Jahrhunderten nicht in, sondern wieder an die Möhne verlegt.

Vermerk: die sog. alte Möhne

Park Möhnschulte

Heute ist der Bereich dieses geschichtsträchtigen Ortes an der Ecke Dorfstraße zur Möhnestraße als Erholungsfläche angelegt.

Bislang ein Park ohne einen Namen.

Wenn man bedenkt, dass es noch vor wenigen Jahrzehnten Bemühungen gab, dort eine Tankstelle zu errichten, ist das sicherlich eine gute Lösung.