Bienen im Park

Imkerei aus Tradition

Die Imkerei hat eine lange Tradition im Kirchspiel Allagen. Noch heute finden sich Imker, die ihre Leidenschaft von den Vorfahren geerbt haben.
Ein Beispiel ist der gebürtige Allagener Heinz Risse gen. Stach

„Mein Vater hat mich begeistert für die Bienen
als ich ein kleiner Junge war ….“

Er ist Gründungsmitglied der Mellifera Regionalgruppe Berlin, Kursleiter ” Wesensgemäße Bienenhaltung”, auch Mitglied in weiteren Mellifera-Netzwerken: „Schwarmbörse”, sowie „Netzwerk Blühende Landschaften” und Gründungsmitglied von „Tree Beekeeping International“.

Nimm HONIG. Es gibt nichts Besseres

Ein bislang kleiner Museumsbereich im Haus Dassel zeigt eine Sammlung von Gerätschaften der Imkerei.

Ausstattung des Imkers

Bunte Beuten für die Bienchen am Haus Dassel

Allagener Grundschule hat Zuhause für Honigsammlerinnen gestaltet

nach einem Bericht von Elke Köhler

Die Kinder der vierten Klasse der Grundschule Allagen haben im Rahmen des Kunstunterrichts zwei Bienenbeuten gestaltet und bunt bemalt. Konstantin Ebers stellte die beiden Beuten im rohen Zustand zur Verfügung. Jetzt lag die Gestaltung in der Hand der Kinder. Die Arbeit, in einer doch recht großen Gruppe, erforderte von den kleinen Malern ein hohes Maß an sozialer Kompetenz. Die Ideen wurden gemeinsam entwickelt, besprochen und umgesetzt. Jedes Kind sollte dabei aktiv mitwirken. Eine Aufgabe, die den Kindern sehr viel Spaß bereitete.

Ganz kreativ waren die Viertklässler, bevor die Corona-Pandemie den Schulalltag lahm gelegt hat: Kunterbunte Bienenbeuten haben sie gestaltet.

Das farbenfrohe und fröhlich bunte Ergebnis präsentierte Konstantin Ebers zusammen mit Theo Pankoke im Park beim Haus Dassel in Allagen.

Zusammen mit Theo Pankoke (l.) hat Konstantin Ebers die Bienenbeuten am Haus Dassel präsentiert. FOTO: KÖHLER

„Ich werde das erste Volk jetzt bei gutem Wetter umsiedeln“, so Konstantin Ebers. Er arbeitet im vierten Jahr mit den fleißigen Honigsammlerinnen. Viele Kurse hat der Imker vom Westfälischen Imkerverband im Haus Düsse besucht.

„Ich esse sehr gerne Honig und mein Vater hat, als ich klein war, auch mit Bienen gearbeitet“. Daraus folgend hat sich Konstantin Ebers mit dem Imkerverein Allagen in Verbindung gesetzt und erhielt hier tolle Unterstützung.

„Aktuell habe ich sechs Völker“, zwei davon hat er inzwischen an der Wasserkraftanlage am Haus Dassel angesiedelt.

Ein Volk, anfänglich bestehend aus etwa 10000 bis 15000 Bienen bewohnt jeweils einen Bienenstock. In der Hochsaison, etwa im Juni, ist das Bienenvolk auf bis zu 50000 Bienen angewachsen. Die Königin legt pro Tag etwa 2000 Eier.

„Der deutsche Honig deckt ein Drittel des deutschen Bedarfs, der restliche Honig kommt aus der EU und aus Nicht-EU-Staaten“, erklärt Ebers. Ohne die Behandlung und Pflege der Imker wäre der Bestand der Bienen nicht gesichert:
„Wer mit Bienen arbeitet, beobachtet die Natur viel mehr und viel intensiver. Der Standort am Haus Dassel ist gut gewählt. Hier gibt es viele Naturflächen rund um den Möhnefluss, die Kräuter und Blumen werden bestäubt und breiten sich aus, 40 Morgen Weide sind das bis zum Anfang von Sichtigvor mit vielen Kräutern und Blumen. Es ist aber auch noch Potenzial. Wir sind sehr daran interessiert, dass die Stadt Warstein hier im Dasselpark mit dem ehemaligen Minigolf und dem Spielplatz Bienenwiesen anlegt, wie es sie schon zum Beispiel am Ortseingang von Allagen gibt. Der Platz an der Möhne ist ideal für die Bienen, da es neben der reichhaltigen Nahrung auch genügend Wasser gibt.“ erklärt Theo Pankoke.

Nachdem nun die beiden Völker in ihre neuen bunt gestalteten Bienenstöcke eingezogen sind und eine bestimmte Stärke erreicht haben, ergänzt Konstantin Ebers, „gibt es eine Führung vor Ort für die Kinder. Bei dieser Standschau mit den Schülern hat sich der Imkerverein Allagen bereit erklärt uns hier zu unterstützen.“ Momentan wird im Haus Dassel eine Ausstellung von Beuten und Schleudern aus dem 19. Jahrhundert vorbereitet.

Die ersten Ergebnisse im Mai 2020

Ein schlampiger Garten ist gut für Bienen

Im Jahre 2018 wurde von den Vereinten Nationen der Weltbienentag ausgerufen. Anfang des Jahres 2019 gab es z.B. in Bayern das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, mit großem Erfolg.

Es erging der Aufruf:

„Jeder mit Balkon oder gar Garten kann etwas für die kleinen, wichtigen Tiere tun – nämlich am besten so wenig Ordnung wie möglich.“ (1)

Da wo man verwundert die Nase rümpft, kann demnach für Insekten das Paradies liegen.

Eine ungemähte Brache, eine wilde Wiese mit Löwenzahn und Disteln ist jedoch alles andere als ein gepflegter Park, so wie man einen solchen verstehen möchte.

Seit vielen Jahren entwickelt sich ein bienenfreundlicher Garten am Rande des Dassel Parks. Die Bemühungen, andernorts prächtige Blumenwiesen anzulegen, sind an diesem naturbelassenen Örtchen völlig vorübergegangen.

Ein Paradies für unsere Biene eben, die zielgerichtet die gelben Felder und bunten Blumenwiesen im Nordosten des Möhnetals ansteuern.

Naturwiese mit Baum im Mai am Rande des Dassel Parks

Das Anlegen einer Streuobstwiese wird ein Projekt der Zukunft sein.

Bienenbeuten

Bienenbeuten sind vereinfacht gesagt, die Behausung für die Bienen. Der feine Unterschied zum Bienenstock liegt darin, dass eine Bienenbeute die reine Behausung ohne Bewohner betitelt. Sind die Insekten eingezogen, wird aus der Bienenbeute ein Bienenstock.

 

Insektenhotel sucht Betreuung

Theo Pankoke weist noch auf das bestehende Insektenhotel an der Wasserkraftanlage hin. „Das Gymnasium Warstein hat vor einigen Jahren hier das Insektenhotel angelegt, das ist leider in die Jahre gekommen, wir würden uns über eine fachmännische Betreuung hierfür freuen.“

Insektenhotel

Quellen:

(1) ntv.de, Sabine Dobel, dpa,
https://www.n-tv.de/wissen/Schlampiger-Garten-ist-gut-fuer-Bienen-article21794193.html