Windenergie

Windenergie -nicht neu in Allagen

Allagen: Die Nutzung der Windenergie ist wahrlich nicht neu in Allagen. Der Stellmacher Friedrich Weber gen. Frohnen aus Freienohl errichtet und betreibt bereits in der Mitte des 18ten Jahrhunderts eine Windkraftanlage in Allagen auf der Anhöhe, wo er lebt, arbeitet und der Wind geht.

von Ferdinand Ferber
Friedrich Weber ist im Jahre 1820 in Freienohl geboren und verheiratet sich 1855 in Allagen mit Maria Anna Francisca Linnhoff gen. Donecke (1836-1896), mit der er neun Kinder hat. Die Windkraft wird von ihm zum Betrieb seiner Maschinen genutzt.

Es geht die Überlieferung:
„Mutter komm, wir müssen sägen, der Wind geht.“

Erste Windkraftanlage in Allagen auf der Anhöhe

Nach dem Tod des Friedrich Weber im Jahre 1873 verheirate sich die Witwe mit dem Witwer Heinrich Gosmann gen. Schnuiders und die zu versorgende Gesamtkinderzahl erhöht sich auf deren dreizehn.

Der älteste Sohn der Familie, Eberhard Weber (1855-1939), erlernt den Schreinerberuf und setzt damit die Familientradition fort. Er verläßt das Stammhaus auf der Anhöhe und errichtet das noch heute bestehende Gebäude am Krebsufer in Allagen, wo er weiterhin versucht die natürlichen Energien zu nutzen, dort die Wasserkraft der Möhne.

Die Nutzung der Wasserkraft der Möhne hat zu dem Zeitpunkt bereits eine lange Tradition. Zwischen 1840 und 1845 werden allein vier Wasserkraftanlagen geplant und drei davon tasächlich realisiert. Es gibt stets massiven Widerstand aus der Bevölkerung bzw. von betroffenen Anliegern.

Diese Form des Widerstands hat ebenfalls Tradition in Allagen. Schon zur Zeit der Separation und Teilung der Waldgebiete der Allagener Mark sind eine Reihe von Gerichtssachen überliefert, in denen sich Wortführer und sogenannte „Consorten“ gegen die vermeintlichen Eingriffe und für die Wahrung von Rechten auflehnen.

Damals lehnt man sich noch auf.

Die Motivation, die Wasserkraft zu nutzen, dient zur damaligen Zeit durchgängig dem Betrieb von zukunftsweisenden Industrieanlagen. Sowohl Theodor Thiele, Franz Ernst Linnhoff als auch Victor Röper leben nicht nur für ihre Gewerken, sondern auch auf ihren Arealen.

Sie urbanisieren die Region in und um die Gemeinde Allagen, ohne sie nachhaltig und dauerhaft zu zerstören.

Sie zeigen Verantwortung für den ihnen zur Verfügung gestellten Lebensraum.

Sie beschäftigen zeitweise bis zu 200 Mitarbeiter und sichern ihnen und nahezu der gesamten Region den Lebensunterhalt.

Sie geben den wirtschaftlichen Nutzen der natürlichen Energien an die Bevölkerung weiter. Das bedeutet Verantwortung für Natur und Umwelt.

Sie tragen persönlich und eigenverantwortlich das unternehmerische Risiko und kennen das heutige Zauberwort Subventionen noch nicht.

Die Interessen der aktuellen Offensiven zur Nutzung von Windkraft in der Allagener Mark und damit deren unwiederbringliche Zerstörung, sehen da heute leider anders aus.

Von Verantwortung, wie sie für Friedrich Weber und Consorten stets selbstverständlich war, kann heute nicht die Rede sein.

Heute lehnt man sich wieder auf.